Rechenschwäche
Definition einer Dyskalkulie / Rechenschwäche
Als Dyskalkulie /Rechenschwäche bezeichnet man eine Teilleistungsschwäche im mathematischen Bereich, die sich durch Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen, Zahlenräumen und grundlegenden Rechenfertigkeiten äußert. Im engeren Sinne ist ein mangelndes bis unzureichendes oder grundlegend verkehrtes Verständnis von Mengen und Größen, von Zahlen und mathematischen Operationen gemeint. Die Kinder, die davon Betroffen sind zeigen aber eine normale bis überdurchschnittliche Intelligenz.
Ursachen einer Dyskalkulie
Die Dyskalkulie ist eine mehrfach begründete Lernstörung, deren Ursachen sich in drei große Bereiche einteilen lassen.
Neuropsychologische Ursachen:
sie umfasst die körperlich bedingten Rechenstörungen,
- visuelle Wahrnehmungsstörung
- Speicherungsschwierigkeiten
- Automatisierungsschwierigkeiten
- Impulsiver Kognitionsstil
- graphomotorische Störungen
- Richtungsstörung des Rechnens
Soziokulturelle und familiäre Ursachen:
wird durch das Umfeld des Kindes ausgelöst, z.B.:
Scheidung der Eltern o.ä. dadurch entstehen beim Kind:
- Leistungsdruck
- mangelnde Leistungsmotivation
- negative Arbeitshaltung, geringe Ausdauer
- sprachliche Schwierigkeiten
Schulische Ursachen:
Lücken in den Grundrechenfertigkeiten durch mangelnde Vermittlung von Mathematik seitens der Schule
Symptome einer Dyskalkulie/Rechenschwäche
- es wird nicht gerechnet, sondern abgezählt
- nach 9+3=12 wird 10+3=13 erneut ausgezählt
- Rechenarten werden verwechselt
- logische Zusammenhänge aus den verschiedenen Rechenoperationen werden nicht erkannt ( 5+4=9; 9-5 wird wieder neu ausgezählt)
- Eingeübtes wird nach kurzer Zeit wieder vergessen
- Multiplikationsaufgaben werden nicht gemerkt, sondern immer wieder neu ausgezählt
- Zahlendreher (53 statt 35)
- Auftreten eigener Rechenregeln (10+10=200)
- fehlende Selbstkontrolle - falsche Lösungen werden nicht erkannt
- Unverständnis bei Textaufgaben (falsche Frage oder falsche Rechnung)
- mangelndes Verständnis mit Größen, Gewichten, Geld, Zeiten, u.ä. umzugehen
- Defizite im räumlichen und/oder zeitlichen Vorstellungsvermögen
Warum hilft Üben nicht?
Da Dyskalkulie/Rechenschwäche nicht nur auf mangelnder Konzentration oder fehlendem logischen Denkvermögen basiert, ist es wichtig die Stufe der Zahlen- und Rechenlehre herauszufiltern auf der das Kind steht und auf dieser aufzubauen.
Stupides Üben ist nicht nur sinnlos, sondern auch eine Qual für Kind und Eltern. Außerdem kann dadurch sehr schnell eine Lernabneigungshaltung und eine Mathe- Angst entstehen.
Wie wird eine Dyskalkulie/Rechenschwäche festgestellt?
Treten bei ihrem Kind einige der genannten Auffälligkeiten auf, so ist es empfehlenswert Kontakt zu den Lehrern und der Schule aufzunehmen, die dann eine Durchführungsdiagnostik über den Schulpsychologischen Dienst veranlassen.
Wie können wir helfen?
Neben Maßnahmen, wie kostenpflichtige Lerntherapien können wir Ergotherapeuten Defizite, die im Bereich der Aufmerksamkeit/ Konzentration und visuellen Wahrnehmung liegen ausgleichen. Hierbei verwenden wir z.B.:
- Übungsmaterial zur Selbstkontrolle (LÜK)
- Sinneswahrnehmungsfördernde Angebote
Es wird eine qualitative, förderdiagnostische Fehleranalyse erhoben.
Interessante Internetseiten.
www.legasthenieverband.org
www.legasthenietrainer.de
www.arbeitsblaetter.org
www.bvl-legasthenie.de
www.legasthenie-sachsen.de
www.legasthenie.de